Letzte Woche war ich in der Neuverfilmung von Jane Eyre mit Mia Wasikowska.
Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, ob mir der Film gefällt oder nicht
. “Jane Eyre” gehört zu meinen Lieblingsbüchern, und ich habe es auf deutsch und englisch mehrfach gelesen und kenne einige Verfilmungen.
Mia Wasikowska fand ich als Besetzung für die Jane sehr gelungen, und auch die anderen Rollen waren ziemich gut besetzt. Ich fand es schwieriig, Michael Fassbender als Mr. Rochester sympathisch zu finden – aber im Grunde ist das eine buchgetreuere Verfilmung als ich sie bisher kenne, also paßt auch das sehr gut.
Auch die Ausstattung und gewählten Lokalitäten fügten sich sehr gut ins Bild und geben für mein Empfinden die Stimmung des Romans ausgezeichnet wieder.
Was mich wiederum eher gestört hat, war die Art, in der die Geschichte gerafft und gestrafft wurde. Sie war zwar einerseits ziemlich werkgetreu, aber anderseits verständlicherweise gekürzt, trotz der Filmlänge von 120 Minuten – der Stoff ist einfach zu umfangreich.
Einerseits kann ich dabei nachvollziehen, daß jemand heute eine Jane-Eyre-Verfilmung eher für die Leute macht, die das Buch in- und auswendig kennen, und daher manche Schlüsselszenen sehr beschneidet.
Anderseits fand ich aber sehr viele jener Stellen, an denen zugunstern der Filmlänge oder -straffheit inhaltliche Teile fehlten, störend. Denn auch wenn man die Geschichte gut oder sehr gut kennt, so erwartet man doch bestimmte vorher-nachher-Entwicklungen, ohne die die Geschichte in sich unvollständig wirkt.
Kennst Du die britische Fernsehversion mit Toby Stephens und Ruth Wilson? DIe fand ich sehr gut umgesetzt.
In der Version mit MF und MW hat mir auch so einiges gefehlt, auch wenn sie natürlich auch einige tolle Stellen hatte
Ja, die habe ich auch selbst. Ich kenne zwar längst nicht alle Jane-Eyre-Verfilmungen (was eher untypisch ist für mich *lach* ), aber die schätze ich auch sehr. Allerdings finde ich sie, wie die meisten anderen, etwas kurz; ich hätte mir mehr “Buchinhalt” drin gewünscht. Das übliche Problem beim Verfilmen eben – weshalb ich bei “Game of Thrones” wiederum richtig froh um die Serie bin
.
Wobei die Verfilmung mit Toby Stephens doch eigentlich sehr ausführlich ist, oder?
Die mit Ciaran Hinds ist ja wesentlich kürzer – obwohl ich die auch sehr mag.
Bei GoT kann ich das nicht beurteilen, weil ich die Bücher nicht kenne, aber die meisten Fans sind wohl sehr, sehr zufrieden damit
Meine erste Jane Eyre war die BBC-Verfilmung mit Timothy Dalton, 3 Bänder lang (noch auf Videotape), die war sehr buchbetreu. Das habe ich vermutlich immer vor Augen.
Bei GoT kann ich es natürlich noch nicht beurteilen, da ich bisher nur im ersten Band ein bißchen herumgeschmökert habe. Aber was ich bisher gelesen habe fand sich sehr ausführlich im Film wieder, sozusagen. Und zehn Teile für einen (Doppel)band sind besser als ein zweistündiger Spielfilm, oder sagen wir besser geeignet um eine vielschichte Handlung umsetzen zu können.